Eingewöhnungsphase von der Familie in die Kita

 

Anfangszeit ist Eingewöhnungszeit! Sich täglich von Mama oder Papa trennen zu müssen und sich in einer neuen, ganz anderen Umgebung zurechtzufinden, Vertrauen  zu fremden Personen aufzubauen, bedeutet für ein Kind großen emotionalen Stress. Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie länger von den Eltern getrennt sind.

Die Eingewöhnungsphase ist aber auch eine sehr spannende und interessante Zeit im Leben eines Kindes und dessen Familie. Spannend und interessant, weil es in der neuen Umgebung viel zu entdecken, zu erkunden und zu beobachten gibt. Angefangen bei den Spielsachen, den Räumlichkeiten, den Kindern, den Erwachsenen bis hin zu einem geregelten Tagesablauf, erlebt das Kind einen anderen Lebensalltag als es  bisher vielleicht gewohnt ist. Die natürliche Neugier und der Drang, seine Umgebung zu entdecken, sind eine wichtige Voraussetzung für die gesunde Entwicklung eines Kindes.

Um diesen ersten großen Übergang im Leben, vom Elternhaus in die Kita, positiv bewältigen zu können, wollen wir die Kinder liebevoll begleiten und mit einer sanften und ruhigen Eingewöhnungszeit unterstützen. Dabei möchten wir ihnen helfen, diese Belastung ins Positive umzuwandeln.

Die Länge der Eingewöhnung richtet sich nach der Befindlichkeit und dem Alter des Kindes.

Die Erfahrung zeigt, je jünger das Kind ist, desto mehr Zeit und Einfühlungsvermögen benötigt die  Eingewöhnung.

Der Übergang des Kindes von der Familie in die Krippe ist vor allem mit Bindungs-und Trennungsprozessen verbunden, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Eine erfolgreiche Bewältigung dieses wichtigen Prozesses, den wir als Übergang bezeichnen, benötigt eine gute Vorbereitung, in die mehrere Personen mit eingebunden sind. Zum einen die Eltern, zum anderen das pädagogische Personal der Einrichtung. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist dafür die Basis, denn die Erfahrungen die das Kind in dieser ersten Übergangssituation macht, sind prägend für sein weiteres Leben. Im Laufe ihres Lebens müssen Kinder viele Übergangssituationen bewältigen. Übergänge können für die Kinder auch große Entwicklungschancen bedeuten.

Positive Erfahrungen sind deshalb sehr wichtig. Besonders wichtig für Eltern ist es, sich schon im Vorfeld mit der bevorstehenden Trennung emotional auseinanderzusetzen. Es könnten auch eigene Trennungsängste und Erlebnisse, auf das Kind übertragen werden. Durch einen positiven Kontakt mit den Erziehern vermittelt man dem Kind das Gefühl von Sicherheit. Dieses benötigt es, um sich auf uns und die neue Umgebung einzulassen. Man muss sein Kind loslassen können. Ebenfalls sollte man sich damit auseinandersetzen, sich verabschieden zu müssen, auch auf die Gefahr hin, dass das Kind weint. Dies ist ein normaler Prozess und nichts Negatives, solange sich das Kind wieder von uns beruhigen lässt und ins Spiel findet. Wir als Fachkräfte bereiten uns ebenfalls individuell auf das Kind vor. Durch das Aufnahmegespräch können wir im Vorfeld

schon einiges klären und vom einzelnen Kind erfahren. Somit können wir gezielt handeln. Ebenfalls sind wir jederzeit Ansprechpartner bei allen Fragen, Wünschen und Sorgen.

 

Verlauf der Eingewöhnung

Um den Kindern und Ihnen die Eingewöhnungsphase in unserem Haus zu erleichtern orientieren wir uns an dem *Berliner und dem *Münchener Eingewöhnungsmodell.  Hierbei gefällt uns, dass die Kinder langsam eingewöhnt und die Eltern aktiv an der Eingewöhnung beteiligt werden.

Ziel dieser Modelle ist es, in Kooperation mit den Eltern dem Kind unter dem Schutz einer Bindungsperson das Vertraut werden mit der neuen Umgebung und den Aufbau einer Bindungsbeziehung zur Erzieherin zu ermöglichen. Abgeschlossen ist die Eingewöhnung dann, wenn die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert wird und das Kind sich von ihr trösten lässt.

Im folgenden Abschnitt werden der Ablauf der Eingewöhnung und der zeitliche Rahmen erläutert. Der zeitliche Rahmen ist eine Maßangabe, die variabel auf die jeweilige Situation in und dem Verlauf der Eingewöhnung angepasst wird.

*Berliner Modell:

Laewen, Hans-Joachim/Hédervári, Éva/Andres, Beate (2003): Die ersten Tage – Ein Modell zur Eingewöhnung in Krippe und Tagespflege. Beltz Verlag, Weinheim Basel Berlin. 4. Auflage

*Münchener Modell:

Winner, Anna/Erndt-Doll, Elisabeth (2009): Anfang gut? Alles besser! Ein Modell für die Eingewöhnung in Kinderkrippen und anderen Tageseinrichtungen für Kinder.

Eingewöhnungszeit mit den Eltern

In der Eingewöhnungszeit wird der Grundstein dafür gelegt, ob das Kind gerne unsere Einrichtung besucht oder nicht und wie spätere Übergänge oder sensible Phasen bewältigt werden. Aus diesen Gründen muss gerade bei den kleinen Kindern sehr behutsam und mit viel Einfühlungsvermögen gehandelt werden. Wichtig ist, dass sich die Eltern die ersten Wochen ungestört Zeit nehmen, damit Sie selbst nicht unter Druck stehen und dieses negative Gefühl unbewusst Ihrem Kind vermitteln. Das Kind entscheidet bei diesem Prozess aktiv mit, wann es genügend Vertrauen zu den neuen Bezugspersonen entwickelt und genügend Sicherheit erworben hat, um sich über einen längeren Zeitraum von den Eltern zu lösen. Dieser Ablöseprozess findet in kleinen Schritten statt, die das Kind dabei unterstützen.

In den ersten Tagen erkunden die Eltern mit Ihrem Kind gemeinsam den neuen Lebensraum in der Kinderkrippe. Sie bleiben ca. 1 -1.5 Stunden mit Ihrem Kind bei uns und gehen im Anschluss daran wieder gemeinsam nach Hause. So erhalten die Eltern Einblick in die Gruppe und unseren pädagogischen Alltag.

Für die Kinder ist es sehr wichtig, zusammen mit den Eltern, die Ihnen bestens vertraut sind, den neuen Lebensraum erforschen zu können. So entwickelt sich Vertrauen in die neue Umgebung und zu den neuen Bezugspersonen. In diesen Tagen sind die Eltern für Ihr Kind verantwortlich und Ansprechpartner. So kann es in Ruhe und mit großer Sicherheit alle neuen Eindrücke aufnehmen und verarbeiten.

Unsere Rolle besteht in dieser Zeit darin das Kind zu beobachten. Welche Vorlieben und Fähigkeiten zeigt es, wie verhält es sich mit den anderen Kindern und welche Unterstützung brauchen die Eltern von uns. Wir werden in den ersten Tagen hauptsächlich mit und über die Eltern  Kontakt zum Kind aufnehmen.

Entscheidend ist, erst wenn auch die Eltern das notwendige Vertrauen in uns und unsere Arbeit gefunden haben und alle Unsicherheiten beseitigt worden sind, kann es dem Kind gelingen, eine positive Beziehung zu den verantwortlichen Bezugspersonen zu entwickeln.

Stabilisierungsphase

In den folgenden Tagen nehmen wir durch gezielte Spielangebote oder der Beteiligung am Eltern – Kind Spiel mehr und mehr Kontakt zum Kind auf. Wir unterstützen das Kind in seiner Spieltätigkeit und in der Interaktion mit den anderen Kindern. Beim Füttern und Wickeln begleiten wir Sie zunächst und übernehmen es schrittweise.

Nach ein paar Tagen findet dann der erste kurze Trennungsversuch statt. Dieser sollte zu Beginn nicht länger als 15 Minuten betragen.

Danach nehmen Sie Ihr Kind wieder mit nach Hause. Täglich werden nun die

Trennungszeiten langsam verlängert. In dieser Phase der Eingewöhnung sollten die Eltern immer in Bereitschaft und gut erreichbar sein. Deshalb halten sich die Eltern in den ersten Tagen während der Trennung in unserer Einrichtung auf.

So lernt das Kind in dieser Zeit, dass es sehr verlässlich wieder abgeholt wird. Das gibt ihm Vertrauen und Sicherheit und stärkt es in seinem Umfeld selbstständig aktiv zu werden.

Verlängerung der Trennungszeiten

Wie schnell sich die Trennungszeiten verlängern lassen, hängt in erster Linie von der Bereitschaft und der emotionalen Befindlichkeit des Kindes ab.

Begonnen wird mit einer Zeit von 5 – 15 Minuten. Der nächste Schritt wäre dann eine viertel Stunde länger, also 30 Minuten. Weiter geht es mit einer Stunde, eineinhalb Stunden, dann zwei Stunden. Dies wird solange individuell gesteigert, bis die Mittagessenszeit und erste Abholphase erreicht ist.

Nun sollte das Kind ca. eine Woche Zeit bekommen, sich an diesen Tagesablauf und dessen Länge zu gewöhnen.

Für die Mittagssituation und besonders für die Schlafsituation ist wieder ein sanfter Übergang nötig, welchen wir individuell mit den Eltern besprechen und durchführen.

Nach einigen Tagen wird fortgefahren, die Trennungszeiten zu verlängern. Die Eingewöhnungsphase kann drei bis sechs Wochen dauern. Die konkrete Dauer und Gestaltung muss aufgrund des gezeigten Bindungsverhaltens des Kindes mit den Eltern abgesprochen werden. Wichtig ist, dass sich die Eltern im Vorfeld ausreichend Zeit für diesen Prozess einplanen.

Schlussphase

Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind die Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt.

Dies ist z. B. dann der Fall, wenn das Kind gegen den Weggang der Bezugsperson protestiert, sich aber schnell von der Erzieherin trösten lässt und in guter Stimmung weiterspielt.

Die Bezugsperson hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf. Sie ist jedoch

JEDERZEIT erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zur Erzieherin noch nicht ausreicht, um das Kind in besonderen Fällen aufzufangen.

 

Übergang von der Krippe in den Kindergarten

 

Zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren wechseln die Krippenkinder in

die normale Regelgruppe. Dies bedeutet für das Kind, ähnlich wie beim Übergang von der Familie in die Krippe, Abschied zu nehmen von der gewohnten Umgebung und den ihm vertrauten Personen. Sich neu einfinden in eine neue, ihm aber nicht unbekannte Umgebung. Es lernt viele neue Kinder kennen und muss neue vertrauensvolle Beziehungen zu den Erziehern und den Kindern aufbauen. Das Kind muss sich mit einem veränderten Tagesablauf, andere Gruppenregeln und vielen neuen Anforderungen auseinandersetzen. Dies bedeutet in der Anfangszeit für das Kind Stress. Wurde der erste Übergang positiv erlebt, wird es mit weniger Angst und emotionalem Stress an die Sache herangehen. Schließlich kann so eine Aufregung auch positiv für das Kind sein. Es kann neue Wege gehen und bekommt viele neue schöne Impulse und Anregungen.

 

Damit das Kind auch diesen Übergang ohne große Probleme positiv meistern kann, arbeiten wir schon im Vorfeld in der Einrichtung daran. Dies bedeutet, unsere Gruppen sind nicht abgeschottet für die Kinder der anderen Gruppe. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich  gegenseitig zu besuchen. Während der Freispielzeit können wir uns mit den anderen treffen, beispielsweise im Gartenbereich, beim Spielen unter der großen Sonne oder bei gemeinsamen Morgenkreisen. Bei Festen und Feiern der Kindertagesstätte sind natürlich alle Kinder mit ihren Eltern dabei. So lernen die Kleinen langsam sowohl die pädagogischen Mitarbeiter, als auch die Kinder aus der Kindergartengruppe kennen und umgekehrt.

 

In betreuungsschwachen Zeiten (am frühen Morgen und am Nachmittag) arbeiten wir gruppenübergreifend und die jeweils anwesenden Kinder beider Gruppen, spielen zusammen mit den jeweils anwesenden Erzieherinnen in einer Gruppe. Zudem finden regelmäßig „Tauschtage“ statt, an welchen aus beiden Gruppen jeweils eine Mitarbeiterin den Vormittag lang die andere Gruppe besucht, um mit den dortigen Kindern zu spielen, zu singen und zu basteln. Dabei dürfen auch 1 – 2 Kinder die andere Gruppe besuchen.

 

Rechtzeitig (in der Regel im Juni/Juli) vor dem Übertritt in die Kindergartengruppe, geben wir den Kindern die Möglichkeit, sich an einen Aufenthalt ohne Mittagsschlaf zu gewöhnen, indem sie an der Ruhezeit der „kleinen“ Wolkenschlosskinder teilnehmen.

 

Um den Kleinen den Start in der Kindergartengruppe zu erleichtern, haben diese ein eigenes Patenkind (Vorschulkind/älteres Kind), welches sich – gerade zu Beginn – liebevoll um das Jüngere kümmern und es im Alltag unterstützen kann.

Das Krippenkind wird beim „Umzug“ in die Wolkenschlossgruppe aktiv mit einbezogen. Dies kann helfen, dem Kleinen die Vorfreude auf das Neue zu steigern, sowie Selbstvertrauen und das Gefühl von „Größe“ zu schenken.

Der Wechsel in die Kindergartengruppe wird beim „Wechslerfest“ gebührend mit beiden Gruppen gefeiert.

 

Steht ein Wechsel innerhalb eines Kindergartenjahres an, z.B. weil das Kind drei Jahre alt geworden ist und in der Regelgruppe noch Plätze frei sind, bekommt das Kind die Möglichkeit, schon einige Wochen vorher die Gruppe regelmäßig für kurze Zeit zu besuchen. So kann es alles Schritt für Schritt kennenlernen.

 

Die Möglichkeit des Gruppenwechsels ab dem dritten Lebensjahr ist abhängig von der Anzahl der Kinder in der Kindergartengruppe. Ansonsten findet der Wechsel zum neuen Kindergartenjahr statt.

 

Nicht nur die Kinder benötigen bei dem Wechsel von der Krippe in den Kita ein gutes und sicheres Gefühl. Sondern auch die Eltern.

Daher ist es uns wichtig, diese so gut wie möglich über die Vorgänge zu informieren und auch bei diesem Wechsel bestmöglich zur Seite zu stehen. So bieten wir den Eltern jederzeit ein offenes Ohr, Elterngespräche und eine gute Aufklärung über diese Thematik.

Eigens hierfür haben wir unsere kleine Broschüre zu dem Thema „Übergänge – Von der Sternchengruppe in die Wolkenschlossgruppe“ entworfen.

 

Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

 

Der Wechsel in die Schule ist ein Übergang in ein für die Kinder noch unbekanntes System. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Kinder auf das für sie neue System adäquat vorbereitet werden. In dieser Übergangsphase lösen sich die Kinder von bisher Bekanntem und bereiten sich auf das Zukünftige vor.

Damit die Kinder mit den schulischen Anforderungen zurecht kommen, ist im Vorfeld eine Beteiligung aller Akteure von enormer Bedeutung.

Damit der Übergang nicht zum Bruch sondern zur Brücke wird, kooperieren Erzieherinnen, Lehrkräfte und Eltern frühzeitig und vertrauensvoll.

Für einen positiven Einstieg in die Schule ist eine gute Basis des lernen Wollens, der Neugierde und Freude für die Kinder wichtig.

 

So gestalten wir den Übergang in die Schule innerhalb des Kindergartenalltages

 

Unsere Vorschulkinder erleben sich individuell und auch als Vorschulgruppe („Zanhlückenkinder“)  durch verschiedene Aktionen und den einmal wöchentlichen statt findenden altersspezifischen Angeboten ganz bewusst als „die Großen“. Des Weiteren haben sie sowohl besondere Rechte und Vorzüge (eigenständigeres Spielen in anderen Räumen, als die jüngeren Kinder, eigens für die Vorschulkinder angeschafftes Vorschul- und Spielmaterial, ein eigenes Mäppchen, vermehrte Ausflüge….) als auch „Pflichten“ (die Übernahme eines Patenkindes, Vorbild sein für jüngere Kinder, …). Dies setzt natürlich die Selbstsändigkeit und (Eigen-)Verantwortung des Vorschulkindes voraus. Diese Kompetenzen wiederum sind mitunter die wichtigsten Bedingungen für einen guten Schulstart.

In den wöchentlichen durchgefühten Angeboten (Altersbezugsgruppe „Zahnnlückenkinder“ – von den Eltern auch gerne „Vorschule“ genannt) werden die Kinder zusätzlich zum pädagogischen Kitaalalltag mit seinen vielseitigen Facetten durch entsprechende Spiele, Basteleien, Bilderbücher, Experimente, Themenbearbeitungen, Arbeitsblätter, Sprachspiele,… auf das Schulleben vorbereitet. Tatsächlich finden „schulische“ Arbeitsblätter bei den Vorschulkindern großen Anklang, da diese für die Kinder sowohl einen „Rätsel- und Lösungscharakter“ haben, als auch das „Gefühl von Schulkind“ vermitteln. Beim Erarbeiten dieser Blätter fühlen sich die Kinder schon so richtig groß und haben Spaß daran, dieses Blatt im Anschluss möglichst „fehlerfrei“ der Mitarbeiterin zu präsentieren. Dabei bereiten sich die Kinder zudem auf die gewünschten und nötigen Verhaltensweisen eines Unterrichtes vor. Länger an einer Sache dran zu bleiben, konzentriertes Arbeiten, „stilles Arbeiten“, bei Unsicherheiten nachfragen zu dürfen, sich zu melden,… wird spielerisch geübt. Hin und wieder bekommen die Kinder auch mal eine Hausaufgabe auf (diese Idee entstand auf Wunsch der Kinder) bzw. arbeiten vereinzelte Kinder ggf. nach dem Mitagessen an noch nicht vollendeten Aufgaben weiter (hierbei sollen die Kinder nach dem Mittagessen bestenfalls selber an die Erledigung dieser Aufgabe denken). Auch der Besitz eines eigenen Mäppchens, das häufig zu diesen Angeboten mitgenommen und in Eigenverantwortung der Kinder „verwaltet“ werden muss, weckt in den Kindern das Gefühl „Ich bin schon groß. Bald komme ich in die Schule!“ Häufig haben diese Angebote den Charakter von „Schule spielen“, was die Kinder sehr gerne mögen und die Freude auf die „richtige Schule“ weckt bzw. steigert. Gegen Ende des Jahres findet ein Büchertaschentag statt, an welchem die Vorschulkinder ihre Büchertasche mit in die Altersbezuggruppe nehmen dürfen. Stolz werden diese präsentiert und mit den Stiften aus dem neuen Schulmäppchen gearbietet.

Da nun auch in der Kindergartengruppe die Kinder immer jünger werden und somit ein großes Augenmerk auf die die jüngeren Kinder fällt, achten wir Mitarbeiter darauf, dass den Wünschen und Bedürnissen der Vorschulkinder dennoch Rechnung getragen werden kann. Dies bedeutet mitunter auch, dass  sich die Vorschulkinder vermehrt auch außerhalb des Gruppenraumes aufhalten und sich dort beschäftigen dürfen.

Für den Übergang in die Grundschule sehen wir es als großen Vorteil die Grundschule direkt neben dran zu haben. So ist schon mal eine gute räumliche Nähe gegeben und hin  und wieder treffen wir auch bekannte Schulkinder an unserem Gartenzaun an, die von der Schule erzählen). Einigen unserer Kinder ist die Schule auch durch ältere Geschwister bereits gut bekannt.

Von Seiten der Mitarbeiter, insbesondere durch unsere Schulkooperations-beauftrage im Team haben wir einen guten Kontakt zur Schule. Durchschnittich zweimal jährlich finden Treffen mit der Schule und den anderen Kitas aus der Sanderau statt, bei denen sich die Mitarbeiter und Lehrer über aktuelle Themen und Ideen austauschen.

Beim Wechsel in die Schule sind natürlich unsere Vorkurs Deutsch Kinder im Vorteil,  da diese im letzen Jahr vor Schuleintritt zweimal wöchentlich für die Einheiten mit der Lehrkraft im Schulgebäude sind.

Aber auch alle weiteren Zahnlückenkinder lernen die Lehrkräfte und das Schulgebäude noch vor den Eintritt in die Schule kennen.

Im Frühling findet für alle Kinder bei der Schuleinschreibung der erste Kontakt zur Schule statt. In den Sommermonaten lernen die Zahnlückenkinder sowohl die Lehrer als auch das Schulgebäude und das Prinzip einer Unterrichtsstunde besser kennen.

Eine Lehrerin der benachbarten Grunschule kommt unserer Kinder besuchen, um erste evtl. bestehende Ängste zu lösen, sich gegenseitig kennen zu lernen, ein erstes Grundvertrauen zu Lehrern zu fassen, gemeinsam Zeit zu verbringen und sich im Gespräch über die Schule auszutauschen. Etwas später im Sommer findet eine Schulhausrallye statt, in der die Kinder mit Hilfe von Schülern durch das Schulgebäude und deren Außenanlage geführt werden. So ist eine erste räumliche Orientierung vorhanden (wo befinden sich Toiletten? Wo gehe ich hin, wenn ich mich verletzt habe? Wo ist der Pausenhof? Wie sehen Klassenzimmer aus? Wo sind die Hortgruppen? Wo kann ich hingehen, wenn ich mit jemanden über meine Probleme sprechen möchte? Wo befindet sich die Turnhalle und wie sieht diese aus? …) und die (aus kindlicher Sicht) wichtigsten Informationen zu diesen Räumen gegeben. Bei einem Schnupperunterricht können die Kinder eine Unterrichtsstunde und anschließend den Ablauf der Pause hautnah erleben. Hierbei bekommen sie eine Idee davon, worauf sie sich freuen dürfen. Sowohl bei der Schulhausrallye als auch beim Schnupperunterricht ist stets eine unserer Mitarbeiterinnen (i.d.R. die Schulkooperationsbeauftragte) mit dabei, so dass sich auch unsichere und schüchterne Kinder gut auf diese fremde Umgebung und Situation einlassen können.

Wenn von Seiten der Schule/Lehrer und der Kita die nötigen Kapazitäten frei sind, besteht zudem die Möglichkeit für weitere gemeinsame Aktionen. So hatten wir bereits des Öfteren Schulkinder zum Vorlesen bei uns in der Kita, oder die Vorschulkinder sind bei einer Werk- und Bastelstunde dabei gewesen.

Des weiteren laden wir uns gegenseitig zu öffentlichen Festen ein.

Um für alle Beteiligten (Kinder – Eltern – Kita-Personal – Lehrkräfte) den Übergang des Kindes bestmöglich zu gestalten, wird für die Vorkurskinder und die Zahnlückenkinder dem Vertrag eine Anlage beigefügt, welche die Kooperation zwischen Schule und Kita beschreibt und sowohl Lehrer, als auch pädagogische Mitarbeiter der Kita dazu berechtigt, in konkreten Einzelfällen näher ins Gespräch zu kommen – zum Wohle des Kindes. Hierbei handelt es sich um das Formular „Einwilligung der Erziehungsberechtigten in den Fachdialog zwischen Kindertageseinrichtung und Schule über das Kind“ Sobald es auf die Schuleinschreibung zugeht wird gemeinsam mit den Eltern ein weiteres Formular „Information für die Grundschule“ ausgefüllt. Hierbei geht es darum, den Lehrkräften erste Informationen über das Kind zu geben. Dadurch können diese von Anfang an individueller auf das einzelne Kind eingehen.

 

Zwei absolute Highlights für unserer Vorschulkinder sind der Vorschulausflug mit anschließender Übernachtung, als auch das Rausschmeißest. Beide Rituale sind weder für die Kinder, noch für die Gruppenmitarbeiter weg zu denken. Da dies sowohl für die Kinder als auch für die Mitarbeiter nochmal als eine ganz intensive Zeit erlebt wird und einen schönen Abschluss für die letzten gemeinsam erlebten Jahre bildet. Gerade die Vorschulübernachtung ist eine Herausforderung und kann speziell für manche Kinder das Selbstbewusstsein und das Gefühl groß zu sein und vieles schaffen zu können, ungemein stärken. Manche Kinder haben bis zu diesem Moment noch nie alleine außerhalb des Zuhauses ohne Mama und Papa geschlafen und tun dies bei der Vorschulübernachtung das allererste Mal. Dieses Erlebnis stärkt das Kind erheblich. Beim Rausschmeißfest wird dem Vorschulkind ganz bewusst: Ich bin schon groß! Ich komme nun in die Schule! Tschüß Kindergarten! Dieses Wissen begleitet die Kinder in der Regel vor allem mit Stolz und häufig auch Vorfreude auf die Schule.